Kreisgruppe Wonnegau

Pflegeaktion und Nachpflanzungen am 18. Januar auf dem Bergfriedhof in Osthofen

23. Januar 2020

Spenden ermöglichen Nachpflanzungen für die abgestorbenen über 100 Jahre alten Buchsbäume Weiterlesen ...

v.r.n.l.: Baumpflanzung mit MdB a.D. Klaus Hagemann, Ronald Schmitt (BUND), Stadtbürgermeister Thomas Goller, Hr. Mücke (Leiter Friedhof Osthofen)  (Ronald Schmitt)

Die BUND Ortsgruppe Osthofen und das Kulturnetzwerk Osthofen laden seit 2013 einmal im Jahr zu einer gemeinsamen Pflegeaktion auf den Bergfriedhof in Osthofen ein, um die historischen Grab- und Kulturdenkmäler zu sichern. Bei den Pflegemaßnahmen werden die Grabmäler von Efeu und Moos befreit sowie die um sich greifenden Brombeeren und nah stehende Äste entfernt. Bei der diesjährigen Pflegeaktion im Januar musste zusätzlich nachgepflanzt werden, denn die historischen Buchsbäume fielen in den letzten drei Jahren dem Buchsbaumzünsler zum Opfer, was erhebliche Lücken in den historischen Grabfeldern geschlagen hatte. So wurden 40 Bäume und Sträucher gepflanzt, um diese Lücken mittelfristig wieder zu schließen. Ermöglicht wurde diese etwa 2000 Euro teure Nachpflanzung durch die großzügige Spende von MdB a.D. Klaus Hagemann. Verstärkt mit dem Friedhofsteam der VG Wonnegau und über 20 freiwilligen Helfern sowie BUND-Aktiven konnten die historischen Grabsteine gesäubert, bisher unbekannte Grabstätten entdeckt und Liguster, Wildrosen, Schlehen, Eiben sowie einige Großbäume gesetzt werden. Bei guter Stimmung stärkten sich alle Helferinnen und Helfer nach der anstrengenden, aber auch sinnvollen Arbeit mit einem Imbiss.

Der Osthofener Bergfriedhof stellt mit seiner exponierten Lage auf dem Goldberg, seinem alten Baumbestand und den zahlreichen, zum Teil gut erhaltenen Grabstätten auf dem historischen Friedhofsgelände ein besonders wertvolles Zeugnis für die Stadtgeschichte und die örtliche Bestattungskultur dar. Er zählt damit zweifellos zu den „schönsten Friedhöfen Rheinhessens“. Das vom BUND im Zeitraum 2006 bis 2011 erarbeitete Parkpflegewerk hat die nachhaltige Pflege unter der Berücksichtigung der historischen Grabdenkmäler sowie der Flora und Fauna im historischen Friedhofsteil zum Ziel.

Leider genießt der Bergfriedhof formal bisher keinerlei Schutz im Sinne einer förmlich festgesetzten Denkmalzone. Gleichwohl ist der Friedhof als Kulturdenkmal erkannt und wird von Seiten der Landesdenkmalpflege auch als solches behandelt. Ein Schutzstatus im Sinne des Naturschutzgesetzes liegt auf dem Bergfriedhof ebenfalls nicht vor. Der Landschaftsplan von Osthofen von 1991 schlägt jedoch eine Unterschutzstellung des Bergfriedhofs als „Geschützter Landschaftsbestandteil“ vor. Begründet wird der Vorschlag mit dem „wertvollen Gehölzbestand, welcher das Orts- und Landschaftsbild prägt.“ Auch die Entscheidungsträger im Osthofener Rathaus haben den Wert dieses kulturellen Erbes erkannt und unterstützen die verschiedenen Initiativen zur nachhaltigen Sicherung. So wird, wie Stadtbürgermeister Thomas Goller bei der Pflegeaktion im Januar berichtete, auch der historische Teil des Bergfriedhofes digital erfasst und damit nachhaltig dokumentiert.
 

Weitere Informationen: BUND Wonnegau, Ortsgruppe Osthofen, ronald.schmitt@bund-rlp.de, wonnegau.bund-rlp.de

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