Jubiläumsfahrt - 50 Jahre BUND Rheinland-Pfalz
BUND Wonnegau lud in das NSG Mönchbruch ein
Jubiläumsfahrt mit dem BUND Wonnegau im Mai 2023
(A.Stevens/S.Schwabe)
Vor 50 Jahren hat sich der BUND Rheinland-Pfalz in Osthofen im Herzen des Wonnegaus in Rheinhessen gegründet. Anlässlich dieses Jubiläums hat der BUND Wonnegau zu einer besonderen Umweltbildungsfahrt in das Naturschutzgebiet Mönchbruch eingeladen und einen Reisebus für die Fahrt in das mit 937 ha zweitgrößte Naturschutzgebiet Hessens gebucht. Der Einladung sind nicht nur Mitglieder sowie Interessierte und Weggefährte des BUND Wonnegau, sondern auch Aktive der rheinhessischen BUND-Nachbarkreisgruppen gefolgt. Schutzgebietsbetreuer Erik Opper führte fachkundig durch die verschiedenen Biotoptypen. Diese setzen sich mosaikförmig aus dreizehn verschiedenen Lebensraumtypen zusammen. Dazu gehören u.a.: FFH-Heidelandschaft, Erlen-Eschen-Bruchwald, Feuchtwiesen, Buchen-Mischwald mit bis zu 250 Jahren alten Buchen und Eichen-Mischwald mit bis zu 600 Jahren alten Eichen. Das Naturschutzgebiet beheimatet mehr als 160 Rote Liste Arten. Die Teilnehmenden waren sehr beeindruckt von der Vielfalt und Schönheit des Naturschutzgebietes. Vor der gemeinsamen Rückfahrt nach Gundersheim gab es noch Zeit und Gelegenheit für einen geselligen Austausch in der Gaststätte Mönchbruchmühle.
Mehr Bilder und Erläuterungen zur Exkursion in der nachfolgenden Bildergalerie. Zur Vergrößerung bitte das 1. Bild anklicken und dann mit den Pfeiltasten immer weiter klicken.
Erik Opper gibt einen Überblick. Das NSG "Mönchbruch von Mörfelden und Rüsselsheim" ist gleichzeitig Flora-Fauna-Habitat sowie EU-Vogelschutzgebiet und gehört damit zum europäischen Schutzgebietsnetz NATURA 2000.
(A.Stevens)
Der Erlenbruchwald ist eines der ältesten Bereiche des NSG und sehr naturnah. Hier wird keine Forstwirtschaft betrieben. Bis zu 300 Jahre alte Erlen und Eichen wachsen hier.
(A.Stevens)
Wegen der besonderen Bodenbedingungen, einer Tonschicht, hält sich hier das Wasser ganzjährig.
(A.Stevens)
Lebensraum u.a. für den Moorfrosch und den Schwarzfrosch. Hier gibt es auch viele Urzeitkrebse der Gattung Triops.
(A.Stevens)
Trockenschäden im Wald sind überall sichtbar. Ca. 50 % der Bäume sind geschädigt. Flatter-Ulme, Hainbuche und mediterrane Bäume eignen sich in Zeiten des Klimawandels zum Nachpflanzen.
Bis zu 600 Insektenarten können an einer Eiche leben. Hier auf dem Bild ist die gut getarnte Raupe eines Röhren-Sackträgers in ihrem Köcher zu sehen. Der Röhren-Sackträger ist eine Nachtfalterart.
aus Wikipedia: "Die Barber-Falle, auch Bodenfalle, ist ein im Boden vergrabenes Gefäß, dessen oberer Rand mit dem umgebenden Gelände abschließt. Gefangen werden insbesondere auf dem Boden lebende Gliedertiere, vor allem Insekten, aber je nach Bauart auch Schnecken und kleinere Wirbeltiere wie zum Beispiel Spitzmäuse. Barber-Fallen sind automatische Fallen und selektieren nicht besonders gut. Daher dürfen sie nur kontrolliert zum Einsatz kommen und müssen regelmäßig gewartet werden."
Erik Opper und Sabine Schwabe haben an manchen Stellen zwecks Untersuchung der Insektenfauna Barber-Fallen aufgestellt.
Über einen Damm, der früher wegen einer Fischzucht erbaut wurde, laufen wir weiter in den Wald hinein.
Dieses Feuchtgebiet ist einer der beruhigsten Zonen im NSG. Im Röhrendickicht verstecken sich Wildschweine und Dammwild.
In diesem Bereich des NSG mit altem Kieferbestand besteht eine extreme Auflichtung. Bäume werden hier entnommen.
Auch die Heidelandschaft gehört noch zum NSG. Hier gibt es viele Libellenarten, zum Beispiel die Grüne Keiljungfer.
Der Frankfurter Flughafen ist nicht weit. Unter dem Flugzeug ein Birkenwäldchen, ein weiterer Lebensraum.
Hier nisten bodenbrütende und stark gefährdete Vogelarten. Außerdem ein Paradies für viele Orchideenarten sowie selten gewordene feuchtliebende Pflanzenarten.
Der Aussichtspunkt auf die Stromtalwiesen eignet sich bestens für ein schönes Gruppenfoto (es fehlen aber ein paar...)