Von Wildtierkadavern in der Landschaft und seltenen Käfern
Am 22. Oktober 2025 luden der BUND Wonnegau und das Entomologische Büro Sabine Schwabe zum Vortragsabend „Tod ist Leben“ in das Weingut Burgunderhof in Gundersheim ein.
(Alexandra Stevens)
Volles Haus – der Saal war bis auf den letzten Platz belegt. Kreisgruppenvorsitzender Daniel Steffen begrüßte die interessierten Gäste, bedankte sich bei den Referenten und gab einen kurzen Überblick über die Bedeutung und historische Entwicklung des NSG Rosengarten sowie den Erweiterungsflächen.
Anschließend hielt Dr. Christian von Hoermann den ersten Vortrag. Er führte in das Thema „Kadaverökologie“ ein und berichtete von Ergebnissen des deutschlandweiten Aaskäferprojekts des Bundesamtes für Naturschutz in 15 Nationalparks.
Im zweiten Vortrag präsentierte Sabine Schwabe ihre ersten Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt „Tod ist Leben – Zum Belassen von Wildtierkadavern in der Landschaft“ aus dem Naturschutzgebiet Kalksteinbrüche Rosengarten und der Erweiterungsfläche in Gundersheim. Seit April 2025 hat sie dort Wildtierkadaver unterschiedlicher Art und Größe ausgelegt, um die Auswirkungen auf die Biodiversität und die Aasverwertergilde zu untersuchen. Kurzes Fazit: Aas ist ein Hotspot der Biodiversität.
Im dritten und letzten Vortrag stellte Sabine Schwabe erste Erkenntnisse zum Bestand, Vorkommen und zur Lebensweise des Deutschen Totengräbers (Nicrophorus germanicus) vor. Im Rahmen einer Insektenerhebung, die sie im Auftrag des BUND Wonnegau durchgeführt hatte, hat sie diesen seltenen Käfer im NSG Rosengarten sowie auf der Erweiterungsfläche nachgewiesen. Er gilt in vielen Bundesländern als ausgestorben bzw. konnte viele Jahre nicht mehr nachgewiesen werden.
Vielen Dank für die spannenden Vorträge an beide Referenten!
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