Kreisgruppe Wonnegau
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BUND Kreisgruppe Wonnegau und Ortsgruppe Osthofen - Jahresrückblick 2025

Wir möchten uns auf diesem Wege ganz herzlich bei unseren Mitgliedern, Förder*innen und Freund*innen des BUND Wonnegau sowie bei allen aktiven Ehrenamtlichen für ihre Unterstützung bedanken. Mit ihrer Hilfe konnten wir auch in diesem Jahr unsere erfolgreichen Projekte und unsere Arbeit für den Natur- und Umweltschutz fortführen.

Schwerpunkt Biotoppflege: Vor allem in den Herbst- und Wintermonaten pflegen wir jeden 2. Samstag im Monat die Flächen im Naturschutzgebiet „Kalksteinbrüche Rosengarten“ in Gundersheim sowie seit 2019 auch auf den renaturierten Erweiterungsflächen. Wiesen werden gemäht und zusammengerecht, Sträucher zurückgeschnitten u.v.m. Es ist eine tolle Gemeinschaftsarbeit und macht viel Spaß. Ziegen und Schafe haben uns auch in diesem Jahr wieder bei der Landschaftspflege unterstützt. Sie sind besonders dort eine Hilfe, wo wir nur sehr eingeschränkt hinkommen - an Hängen und Böschungen. Leider breiten sich auch bei uns immer mehr Neophyten aus, wie zum Beispiel die Kugeldistel und die Breitblättrige Platterbse. Viele manuelle Arbeitseinsätze waren in diesem Sommer nötig, um diese Pflanzen zu entfernen, bevor sie aussamen konnten. Zum Gedenken an ein langjähriges BUND-Mitglied haben wir im Februar einen Apfelbaum auf der Erweiterungsfläche gepflanzt. 

Artenvielfalt und Bildungsarbeit: Die biologische Vielfalt im NSG Rosengarten sowie auf den Erweiterungsflächen entwickelt sich dank unserer umsichtigen Pflege prächtig. Wir haben Sabine Schwabe vom Büro für Entomologie 2025 ein weiteres Mal beauftragt, Insekten auf den Flächen zu kartieren. Von Ende Februar bis Oktober hat sie vor allem Käfer, Heuschrecken, Wanzen und Nachtfalter mit verschiedenen Methoden eingefangen und dokumentiert. Dabei zeigt sich, dass unsere betreuten Flächen eine große Bedeutung für die regionale Biodiversität haben. Es wurde abermals eine Vielzahl an gefährdeten und besonders geschützten Arten nachgewiesen, wie zum Beispiel der Deutsche Totengräber, ein Aaskäfer oder auch die seltene Wanze Catoplatus carthusianus aus der Familie der Netzwanzen. Bei allen Terminen der Insektenerhebung konnten Interessierte Sabine Schwabe begleiten und sie unterstützen. Dabei lernten sie nicht nur verschiedene Erfassungsmethoden zur Kartierung der Insekten kennen, sondern auch die Vielfalt und Besonderheiten verschiedener Artengruppen. Dieses Wissen wurde auch im Rahmen von zwei öffentlichen Insektenexkursionen weitergegeben, die wir im Sommer für Familien mit Kindern sowie für Erwachsene angeboten haben. 2025 startete Sabine Schwabe das Aaskäferprojekt „Tod ist Leben“ im Naturschutzgebiet. Dieses Projekt ist Teil eines deutschlandweiten Forschungsprojekts, bei dem in 15 Nationalparks das Vorkommen von Aaskäfern untersucht wird. Im Oktober wurden die Ergebnisse und die Bedeutung von Aas in der Natur einem interessierten Publikum im Weingut Burgunderhof in Gundersheim vorgestellt. Last but not least haben wir im April in Kooperation mit dem BUND Alzeyer Land wieder eine Wildbienenwanderung in Bornheim angeboten. Ein Naturschauspiel der besonderen Art war die Glühwürmchen-Exkursion in den Forst Vorholz im Juni für unsere Aktiven. 

Ortsgruppe Osthofen: Anfang Februar fand die traditionelle Pflegeaktion auf dem historischen Teil des Bergfriedhofs in Osthofen statt. Seit 2014 veranstalten wir zusammen mit dem Kulturnetzwerk Osthofen einen „Pflegetag“ für den unter Denkmalschutz stehenden historischen Teil des Bergfriedhofs, um die Grabdenkmäler in ihrer naturbelassenen Umgebung von Efeu und sonstigem Bewuchs zu befreien und vor dem „Vergessen“ zu bewahren.

Da wir seit mehr als 30 Jahren die Bachpatenschaft für die Seebach übernommen haben, beteiligen wir uns jedes Jahr am Dreck-weg-Tag in Osthofen. Ende Februar haben wir wieder jede Menge Müll aus der Seebach gefischt, darunter über 100 Flaschen Jägermeister, Schnuller, Unterhemd und Unterhose, zwei Radios, ein Handy, einen Einkaufswagen, eine fast komplette Wohnzimmereinrichtung. 

Baumpflanzungen sind ein wirksames Mittel in Innenstädten, um den Folgen des Klimawandels wie Hitze und Trockenheit entgegenzuwirken. Die Luftqualität wird verbessert, das Mikroklima reguliert, Bäume spenden Schatten u.v.m. Wir haben in den vergangenen Jahrzehnten bereits über tausend Bäume und Hecken in und um Osthofen gepflanzt. Auch in diesem Jahr haben wir mit Unterstützung der Stadt Osthofen und vielen großen und kleinen Baumspender*innen Stadtbäume gepflanzt. Zum Beispiel haben wir Ende November einige Pflanzlücken entlang der Seebach und im Stadtpark mit Edelkastanien und anderen klimaresistenten Großbäumen geschlossen. Ziel ist es mit der Initiative „Klimabäume“ für Osthofen 100 Bäume erster Ordnung im Innenstadtbereich von Osthofen zu pflanzen. Der Baum Nr. 75, eine Edelkastanie als Weihnachtsgeschenk für die Enkel, wurde erst Anfang Januar gepflanzt. Dank einer Großspende konnten wir auch fünf Großbäume an einem Spielplatz pflanzen. Wo vorher nur Autos parkten, stehen jetzt schattenspendende Linden und große Hainbuchen. Für die nächste Pflanzsaison haben sich bereits Baumspender*innen für weitere sieben Bäume gemeldet. Und ein Ende ist nicht abzusehen. Einige von ihnen werden im Sommer das aufwändige Wässern übernehmen. Besonders in den trockenen Sommermonaten müssen wir die neu gepflanzten Bäume einige Jahre lang auch gießen. Dafür steht uns ein Anhänger mit einem großen Wassertank zur Verfügung. Unterstützung beim Gießen erhielten wir im letzten Sommer auch von Schüler*innen der IGS Osthofen.

Im November fand erstmalig eine Ehrenamtsmesse in Osthofen statt. Wir waren mit einem Stand dabei und haben interessierten Mitbürger*innen über unsere Baumpflanzaktionen und über unsere Biotoppflege im überregional bedeutenden Naturschutzgebiet „Rosengarten“ informiert.